Beim ersten Start Eures Hackintosh kann leichtsam mal in die Hose gehen. Manche Systeme benötigen spezielle Bootparameter die das reibungslose booten erst ermöglichen.

Für diesen Zweck gibt es sogenannte „boot-flags“ die das Verhalten Eures Bootloaders ändern. Euer Bootloader ist das Teil Eures Systems der den Start eines Hackintosh´s auf normalen Intel-basierten System erst ermöglicht.

 

Es gibt zwei Wege „boot-flags“ in den Startprozess zu integrieren:

 

  1. einmal per Eingabe im Hackintosh Bootscreen ( vgl. Abb. 1 ). Einfach im Bootscreen anfangen zu tippen, die gewünschte boot-flag auswählen und danach mit Enter bestätigen. Das ist besonders dann sinnvoll wenn man herausfinden möchte, welche Eingabe funktioniert.
  2. Der zweite Weg ist es, die boot-flags permanent in die „org.Chameleon.boot.plist“ zu schreiben, wenn Ihr herausgefunden habt welche Boot-Argumente funktionieren. Ihr benötigt dazu lediglich Text-Edit, könnt aber hierfür auch das Terminal ( „sudo su“ verwenden ) benutzen. Die plist-Datei findet Ihr unter auf Eurer Systemfestplatte im Ordner /Extra.

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Eigentlich ist es relativ simpel boot-flags zu verwenden. Anschließend habe ich Euch noch eine Aufstellung der gängigsten boot-flags angelegt.

-v

Die gängigste aller boot-flags. Die Eingabe von -v bewirkt den sogenannten Verbose-Mode. In diesem Mode werden Euch alle Vorgänge und Prozesse angezeigt die beim Bootvorgang und im Betrieb des Systems im Hintergrund ausgeführt werden. Tritt ein Fehler auf, friert der Bildschirm ein und Ihr könnt anhand der angezeigten Daten auf Fehlersuche gehen.

-x

Aktiviert den Safe-Modus. Dieser Modus ist vergleichbar mit dem abgesicherten Modus in Windows. OSX ignoriert im Safe-Modus alle Kexte (Treiber) die nicht unbedingt für den Start benötigt werden. Nützlich ist dieser Modus wenn Ihr versucht Unibeast-OSX-Installer auf einem System laufen zu lassen das nicht vollständig kompatibel zu OSX ist. Der Modus kann auch benutzt werden, wenn Ihr versehentlich eine Kext installiert habt, die Probleme bereitet. Im Safe-Mode kann die jeweilige Kext dann wieder entfernt werden. Zu finden sind die Kexte auf Eurer Systemfestplatte unter /System/Library/Extensions ab OSX-Lion. Bei Snow Leopard werdet Ihr unter /Extra/Extensions fündig.

-F

Wenn Ihr fehlerhafte boot-flags in Eure org.Chameleon.boot.plist eingetragen habe, könnt Ihr -F verwenden um diese beim booten zu ignorieren und zu entfernen.

-f

Ignoriert kext cashes während des Bootvorgangs unter Snow Leopard. Wenn Ihr eine Kext nicht richtig installiert habe kann Euer Kext cache beschädigt werden und das System wird unbootbar ( kommt vor wenn Ihr nach der Installation vergessen habt System Utilities in Multibeats zu verwenden ). Eigentlich sollte diese Eingabe bei Systemen ab OSX Lion nicht mehr funktionieren, da der Kext Cache ab Lion durch den Kernel Cache ersetzt wurde. Theoretisch sollte die boot-flag also nicht mehr funktionieren, seltsamerweise wird der Eintrag bei einem meiner Hackintosh´s benötigt unter Yosemite benötigt um booten zu können…. Einen Versuch ist es also auf jeden Fall wert.

UseKernelCache=Yes

ab Lion wird nun der Kernel Cache bei der Installation von Kexten benutzt. Dies erlaubt es OSX schneller zu booten. Standardmäßig ist der Kernel Cache jedoch deaktiviert. Diesen kann man mit der boot-flag „UseKernelCache=Yes“ aktivieren. Wenn Ihr Easybeast, UserDSDT oder die DSDT-Free Installation in Multibeast gewählt habt wird diese flag automatisch aktiviert. Sollte Euer Hacki einmal extrem langsam booten, könnte es am fehlenden Cache liegen. Manche Laptops haben Probleme mit dem Kernel Chache, in diesem Fall solltet Ihr „UseKernelCache=No“ verwenden.

PCIRootUID=1

Manche Hackintosh´s booten nur wenn „PCI Root ID“ auf 0 gesetzt ist. Gewöhnlich sind Systeme betroffen die eine Radeon-Grafikkarte verbaut haben. In anderen Fällen bootet Euer Hacki nur wenn der Wert auf 1 gesetzt ist. Manchmal kann die boot-flag „PCIRootUID=1“ auch Abhilfe bei „Mac App Store verification errors“ schaffen.

GraphicsEnabler=No

diese Eingabe schaltet den Graphics Enabler je nach Eingabe ( No / Yes ) ein oder aus. Die meisten Grafikkarten erfordern hier den Eintrag „Yes“.

IGPEnabler=Yes

hiermit schaltet Ihr den IGP Enabler ein oder aus ( No / Yes ). Der IGP Enabler hilft OSX besser mit internen Grafiklösungen zusammenzuarbeiten.  Schaltet Ihr den GraphicsEnabler auf No, sollte Ihr diese Funktion aktiviert ( Yes ) lassen damit Eure interne Grafiklösung noch funktioniert.

darkwake=0

diese Funktion ab Lion erlaubt es Euch manche Teile Eures Mac „aufzuwecken“ während andere Teile weiterhin im Sleep-Modus bleiben. Durch diese Funktion wird häufig der Sleep-Modus bei Hackintosh-Systemen gestört. Zum abschalten „darkwake=0“ eingeben, aktiviert wird der Modus wieder durch „darkwake=1“. Wenn Euer Mac beim boote im Verbose Modus ( -v ) einfriert und in der ausgegebenen Meldung der Hinweis auf die „SleepEnabler.kext“ vorkommt, könnt Ihr temporär durch die Verwendung von darkwake=0 die Kext deaktivieren. Nachdem Ihr gebootet habe könnt Ihr die SleepEnabler.kext entfernen.

npci=0x2000
ncpi=0x3000

Wenn der Verbose-Mode bei an der Stelle „PCI Configuration Begin“ einfriert, benutzt die „npci=0x3000“ flag. Dieses Feature wir automatisch mitinstalliert wenn Ihr unter Multibeast Easy-Best, UserDSDT oder DSDT-Free Installation gewählt habt. npci=0x2000 macht genau das Gleiche, allerdings nur unter Lion.

dart=0

deaktiviert die normalerweise in Intel CPU´s eingebaute VT-d Virtualisierungsfunktion. Diese Funktion wir unter OSX nicht benötigt, VirtualBox beispielsweise benutzt die alternative VT-x Funktion.

cpus=1

beschränkt Euren Hacki zur Benutzung nur einer der verfügbaren Kerne Eurer CPU. in Mountain Lion und neueren OSX-Versionen sollte Ihr diese Funktion verwenden falls Ihr eine Sockel LGA 2011 CPU verwendet. Alternativ kann es auch verwendet werden um ein nicht unterstützte AMD-CPU mit der Snow Leopard installations-CD zu booten.

busratio=20

der Wert 20 ist mit der Bus-Ratio Eurer CPU zu ersetzen. Diese Eingabe wird verwenden um AMD-Prozessoren mittels des SL-Installers zum booten zu überreden. Beim ermitteln des Bus-Ratio sollte die Google Suche hilfreich sein.

arch=i386

zwingt Euer System im 32-Bit Modus zu booten. Manchmal wird Eure CPU oder Eure Grafikkarte nicht vollständig von OSX unterstützt, es sei denn Ihr bootet im 32-bit-Modus. Anders als unter Windows limitiert der 32-bit-Modus Euer RAM auf 4 GB und 64-bit-Anwendungen lauf trotzdem. Videobearbeitung oder sonstige Reckintensive Anwendungen solltet Ihr in diesem Modus nicht betreiben.

arch=x86_64

erlaubt das booten im 64-bit-Modus. Alle Versionen ab SL booten mit 64-bit. Diese Funktion ist eigentlich nur für AMD CPU´s erforderlich.

 

Hallo, ich bin Mike und ich hoffe der Artikel hat Dir gefallen. Über ein Feedback würde ich mich sehr freuen.

Mike – who has written posts on Netzerei.


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4 comments

  1. Zausel 6. Februar 2015 at 19:44

    Reply

    Hallo Mike,
    habe 22 Jahre kein Unix etc. mehr angefast und fast alles vergessen. Jetzt will ich mit Hackintosh`s experimentieren die ich gekauft habe und dann einen wirklich leistungsfähigen bauen. Dein Artikel ist verständlich und gut aufgebaut. Herzlichen Dank dafür !
    Kann man Dir auch mal eine Frage stellen, falls ich mit Deinen Tips meine momentanen Probleme nicht lösen kann?

    • Mike 7. Februar 2015 at 10:57

      Reply

      Hallo Zausel,

      klar kannst Du Fragen stellen, ich hoffe ich kann helfen…

  2. fabi 13. März 2015 at 15:22

    Reply

    Hi mike,
    habe eine Frage:
    Mein Chimera Startet aber wenn ich Yosemite installieren will startet es kurz kehrt dann aber wieder zum Startbild zurück, das eingeben verschiedener Bootflags bringt nichts, weisst du warum? was hab ich falsch gemacht? es handelt sich um einen Samsung Nc10 es haben schon leute geschafft also irgendwo muss ein fehler sein.
    Wäre cool wenn du mir helfen Könntest.
    Super artikel.

    • Mike 13. März 2015 at 16:05

      Reply

      Hallo Fabi,

      zunächst mal eine Frage, hast Du im Bios den AHCI-Modus aktiviert? Der ist nämlich nötig um OSX zu booten. Als nächstes würde ich in Deinem Fall -v und -x gemeinsam eingeben. -v aktiviert die Startprotokollierung und gibt Dir aus, was evtl. schief läuft. -x aktiviert den sicheren-Modus, mit beiden zusammen solltest Du booten können.

      LG
      Mike

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