[Tutorial] NAS im Eigenbau

Bevor man sich eine NAS kauft/baut sollte man sich gut überlegen für welchen Zweck man diese verwenden will. Ich habe mich aufgrund der Leistungsbeschränkungen gängiger 2-Bay Systeme entschieden, ein eigenes NAS zu bauen.

 

Die Anforderungen

Ein Hauptkreterium für mich war der Einsatz der NAS als Plex-Server. Das Transcoding erfordert den Einsatz einer Menge Rechenpower. Meine NAS sollte also eine schnelle CPU besitzen und über ordentlich Arbeitsspeicher verfügen. Zusätzlich sollte sie als Timemachine für mehrere MAC´s und als zentraler Datenspeicher, DLNA-Server etc. dienen. Die kleinen Fertig-Systeme lieferten diesbezüglich zu wenig Leistung, vor allem auch zu wenig RAM. Systeme mit ausreichend Leistung schlagen mit ca. 500,- € (ohne Festplatten) ein ordenliches Loch ins Budget. Selbst bei den teuren Modellen namhafter Hersteller ist oft veraltete oder zu schwache Hardware verbaut. Die Geschwindigkeit einer NAS hängt direkt von der CPU-Leistung und dem Arbeitsspeicher ab. Mit unserem selbstbau-System erreichen wir Übertragungsraten bis über 100 Mbit/s. Auch wichtig war mir eine effizientes Energie-Management. Eine Synology DS 213 braucht im Schnitt nur ca. 15 Watt in der Stunde. Einen ähnlichen Wert war die Zielvorgabe für das neue System. Aktuell sind es 17 Watt.

 

Die Hardware

Mainboard und CPU

Nun habe ich mich auf die Suche nach entsprechender Hardware gemacht und bin bei Intels neuer Bay-Trail-Plattform mit Dual-Core und Quad-Core CPU´s fündig geworden. Äusserst geringer Stromverbrauch im Idle-Modus ( in dem sich das Nas wohl die meiste Zeit befinden wird ) und hohe Leistungsfähigkeit wenns drauf ankommt ( immer noch bei moderatem Stromverbrauch ), genau das was ich gesucht habe. Meine Wahl ist auf das AS-Rock Q1900 itx-Board mit Integrierter CPU gefallen. Als eines der wenigen Boards verfügt über 4 SATA-Ports und kann Arbeitsspeicher vom Typ DDR3 (1.5V) als auch DDR3L (1.35V) aufnehmen.  Somit ist man bei der Auswahl also flexibler. Wake-on-LAN als auch Wake-on-WAN ( aufwachen über das Netzwerk ) werden ebenfalls unterstützt. Alternativ kann man auch die Micro-ATX-Variante nehmen, muss dann aber mit nur 2 SATA-Ports onboard leben, hat aber den Vorteil dass normale Desktop-RAM-Module verbaut werden können. Eine separate SATA-Karte ist hier sinnvoll. Das schöne dran ist, das Ganze gibt es zum günstigen Preis von nur ca. 75,- € ( mini-ixt ) bzw. 65,- € ( Micro-ATX ).

 

MarkeASRock
Modell/SerieQ1900-ITX J1900 MITX HDMI+DVI+VGA+SND+GLN+U3+SATA3+D3
Artikelgewicht395 g
Produktabmessungen27,9 x 20,3 x 7,6 cm
ModellnummerQ1900-ITX
FormfaktorMini ITX
ProzessormarkeIntel ®
ProzessorsockelSOCKET 1170
RAM Größe16 GB
Computer Speicher ArtDDR3 SDRAM
GrafikkartenspeicherDDR3 SDRAM
Anzahl USB 2.0 Schnittstellen1
Anzahl VGA Schnittstellen1
bei Amazon kaufen

 

MarkeASRock
Modell/SerieQ1900M J1900 MATX HDMI+VGA+SND+GLN+USB3+SATA3+DDR3
Artikelgewicht413 g
Produktabmessungen27,9 x 7,6 x 27,9 cm
ModellnummerQ1900M
FormfaktormicroATX
ProzessormarkeIntel ®
ProzessorsockelSOCKET 1170
RAM Größe32 GB
Computer Speicher ArtDDR3 SDRAM
GrafikkartenspeicherDDR3 SDRAM
Anzahl USB 2.0 Schnittstellen2
Anzahl VGA Schnittstellen1
Gewicht Lithium-Akku5 Gramm
bei Amazon kaufen

Die Festplatten

 

Bei den Festplatten habe ich mich wegen der häufigen Zugriffe für Server-HDD´s von WD (WD-Red) entschieden, um die Haltbarkeit und die Stabilität zu des Systems zu verbessern. Ich habe mich für die 3TB-Version entschieden. SSD´s wären hier Perlen vor die Säue geworfen, da der Datendurchsatz per SATA 2 auf 275 MB/S pro Port ausgebremst, und die Kosten enorm in die Höhe getrieben würden .

 

MarkeWestern Digital
Artikelgewicht635 g
Produktabmessungen10,2 x 2,6 x 14,7 cm
ModellnummerWD30EFRX
Formfaktor3.5
Bildschirmgröße3.5 Zoll
Größe Festplatte3000 GB
FestplatteninterfaceSerial ATA-600
Watt4 Watt

 

Das Gehäuse

2 Bay-System

 

Wer auf kompakte Abmessungen und edles Design zum günstigen Preis wert legt, der sollte zum Sharkoon CA-M Mini Tower greifen. Das edle hochwertig verarbeitete Alugehäuse bietet in der Micro-ATX-Version Platz für 2 x 3,5 Zoll Festplatten und ein vollwertiges Netzteil. Ein eingebauter 120 mm Lüfter sorgt für die entsprechende Kühlung.

 

4 Bay-System

Wer ein günstiges kompaktes Gehäuse mit genug Platz für bis zu 4 HDD und guter Kühlung sucht ist mit dem Coolermaster Elite 120 gut bedient. Leider ist standardmäßig nur Platz für 3×3.5 HDDs. Ein zusätzlicher 5,25 Zoll Wechselrahmen oder ein entsprechender 5,25 auf 3.5 Zoll Adapter lösen das Problem. Im Gehäuse sind bereits 2 Lüfter integriert, einmal ein 120 mm Lüfter und ein 80 mm Lüfter in der Front. Zusätzlich bietet das Gehäuse Platz für ein vollwertiges Netzteil. Qualitativ ist das Gehäuse für den Preis von 45,- € sehr wertig.

 

 Das Netzteil

Ich habe mich aber aus Gründen der Energieeffizient für eine Pico-PSU mit 90 Watt entschieden. Darüber hinaus wird das Gehäuse aufgrund der geringen Abmessungen der PSU besser durchlüftet und kann effektiver gekühlt werden. benötigt wird noch ein externes Netzteil

Ihr könnt natürlich jederzeit auch ein Standard-Netzteil verwenden. In diesem Fall empfehle ich das zertifizierte und daher energieeffiziente Be quiet! BN140 System Power 7 Stromversorgung (300 Watt, 12V, ATX 2.3). Folgende Schutzschaltungen sind noch mit an Bord: Überhitzungsschutz, Überstromschutz, Überspannungsschutz, OverPower Protection, Unterspannungsschutz und einen Kurzschlussschutz.

 

Zusammenstellung Mini-itx-Version:

MainboardASRock Q1900 Mini-itx
NetzteilPico PSU 90 Watt
Leicke Netzteil 120 Watt
Alternatives NetzteilBe quiet! BN140 System Power 7
GehäuseCooler Master Elite 120
ArbeitsspeicherKingston 4 GB / 8 GB
Festplatte 3,5 ZollWD RED 4 TBWD RED 3TB / WD RED 2 TB / WD RED 1 TB
Festplatte 2.5 ZollWD RED 1 TB 

 

Zusammenstellung Micro-ATX-Version:

MainboardASRock Q1900M Micro-Atx
NetzteilPico PSU 90 Watt
Leicke Netzteil 120 Watt
Alternatives NetzteilBe quiet! BN140 System Power 7
GehäuseSharkoon CA-M
ArbeitsspeicherKingston 4 GB / 8 GB
Festplatte 3,5 ZollWD RED 4 TB / WD RED 3TB / WD RED 2 TB / WD RED 1 TB
Festplatte 2.5 ZollWD RED 1 TB

 

Zwischenzeitlich hat man eine Menge Auswahl an geeigneter Hardware, ich hab hier im ersten Teil des Tutorials versucht das Angebot etwas nach Rechenleistung bei gleichzeitiger Energieeffizienz zu filtern. Im zweiten Teil geht es dann weiter mit dem Betriebssystem und dessen Installation sowie der Grundkonfiguration von FreeNAS weiter. In späteren Tutorials folgen dann die Einrichtung der Time Machine, des Plex-Servers und BTSync.

 

Hallo, ich bin Mike und ich hoffe der Artikel hat Dir gefallen. Über ein Feedback würde ich mich sehr freuen.

Mike – who has written posts on Netzerei.


Be Sociable, Share!

3 comments

  1. Felix 24. November 2014 at 11:22

    Reply

    Wann kommt der nächste Teil? Finde ich sehr gut bisher 🙂

    • Mike 24. November 2014 at 11:51

      Reply

      Hallo Felix,

      freut mich dass Dir der Artikel gefallen hat. Ich Bin in gerade dabei Teil 2 des Tutorials zu schreiben, ich denke bis zum Wochenende sollte der Artikel fertig sein. Leider fehlt mir gerade etwas die Zeit, sonst wäre er schon fertig.

      LG
      Mike

  2. Felix 24. November 2014 at 13:44

    Reply

    Prima, da freue ich mich drauf. Habe mir vor 1,5 Jahren einen Wohnzimmer PC gebaut und dabei auch bereits auf kostensparsamkeit etc geachtet, da er auch als Pseudo-Server immer laufen sollte (quasi als NAS was aber noch viel mehr kann). Allerdings habe ich nicht bedacht, dass das doch relativ laut ist (habe ein Asrock E350M-1 Board mit aktiver Kühlung) und bei mir im Schlafzimmer steht. Außerdem ist die Rechenleistung der Onboard CPU doch relativ bescheiden (Videos in Full-HD kein Problem dank HW-Decodierung, aber z.B. läuft Youtube oder generell Flash wieder über die CPU und die ist dann einfach zu schwach).

    tl;dr: Das Teil ist zu schwach, um ein wirklicher Wohnzimmer PC zu sein und zu laut, um ein NAS zu sein.

    Daher habe ich in den letzten Wochen nach Fertig-NAS primär von Synology geschaut, aber wenn du – wie du hier schreibst – ein System zusammengestellt hast, was auf 17 W/h kommt und wesentlich günstiger und zugleich mehr Rechenpower hat – dann wäre das für mich echt die erste Wahl. Planst du Teile deines NAS zu verschlüsseln? Das ist für mich noch ein weiteres Kriterium, was sein muss. Einige der Synology NAS haben ja HW-Verschlüsselung, was nur wenig Einbußen für die Geschwindigkeit verursachen soll.

    Beste Grüße,
    Felix

Kommentar verfassen